An interessierte Unternehmen und Betriebe
Sehr geehrte Damen und Herren,
Schülerinnen und Schüler, die den Abschluss der Berufsreife anstreben und eine Ausbildungsstelle suchen, haben oftmals trotz einer schulischen Berufswahlvorbereitung falsche Vorstellungen über die Anforderungen eines Ausbildungsberufes wie auch der ausbildenden Betriebe. Wenn dann noch die schulischen Leistungen nicht zufriedenstellend sind, wird seitens der Betriebe wie auch der Kammern die Ausbildungsfähigkeit dieser Jugendlichen angezweifelt.
Insbesondere für diese Jugendlichen hat sich in anderen Ländern die Einführung eines längerfristigen eintägigen Betriebspraktikums in Form eines Praxistages bewährt. Auch in Rheinland-Pfalz möchten viele Schulen mit Bildungsgang Berufsreife einen „Praxistag“ pro Woche anbieten. So sollen Schülerinnen und Schüler fachliche, personale und soziale Kompetenzen erwerben, die sie in der beruflichen wie auch der schulischen Ausbildung brauchen. Die Verknüpfung zwischen schulischem und betrieblichem Lernen sollte so angelegt sein, dass ein Übertritt in die Berufs- und Arbeitswelt möglichst reibungslos erfolgt und den Jugendlichen neue Wege beim Einstieg ins Berufsleben eröffnet werden.
Konkret sind als Ziele des Praxistages zu nennen:
- Sammeln von intensiver (Vor-) Erfahrung in Berufsleben, Arbeitswelt und Beruf
- praxisgebundene berufliche Orientierung
- eigenständiges und eigenverantwortliches Lernen
- Motivationsschub für das Lernen insgesamt
- eigenständige Mitarbeit und selbstverantwortliches Arbeiten in den Betrieben
- Erwerb von fachlichen Kompetenzen
- Entwickeln eigener Potentiale, Erkennen persönlicher Neigungen und Stärken
- Verbesserung der Ausbildungsreife
- gezielte und begründete Berufswahl
- häufigere Vermittlung in ein Ausbildungsverhältnis
- letztlich eine geringere Abbruchsquote während der Ausbildung
Wenn Sie diese Konzeption anspricht und Sie sich an diesem Projekt beteiligen möchten, bitten wir Sie, den Schulen in Ihrer Region Ihre Bereitschaft zum Praxistag zu signalisieren.
Eine Liste der teilnehmenden Schulen finden Sie in der Rubrik “Schulen mit Praxistag“.
Wie auch während der üblichen zweiwöchigen Praktika gilt für die Durchführung des Praxistages die Verwaltungsvorschrift
"Erkundungen und Schulpraktika an allgemeinbildenden Schulen" (siehe Amtsblatt Nr. 17/2000).
Die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern unterstützen die Einführung des Praxistages. So warb die HWK Koblenz:
"Ab dem Schuljahr 2007/08 soll ein wöchentlicher Praxistag in Handwerksbetrieben der Region Schülern helfen, sich bereits während der Schulzeit ein reales Bild von einem möglichen Ausbildungsberuf und den dazu notwendigen Anforderungen zu machen. Im Modellversuch von Bildungsministerium, HwK Koblenz und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Koblenz werden zunächst Schüler der 9. Klassen von vier Koblenzer Hauptschulen den Praxistag ausprobieren. Ziel ist es, sowohl den Schülern als auch den Schulen ein direktes Feedback aus der Praxis über einen längeren Zeitpunkt zu geben.
Wir bitten Sie, sich an der Aktion zu beteiligen. Sie werden evtl. von den Lehrern der vier Hauptschulen direkt angesprochen. Gerne dürfen Sie sich aber auch mit den Schulen in Verbindung setzen und einen Platz anbieten. Welche Betriebe angesprochen werden, hängt von den Berufswünschen der Schüler ab. Diese sollen durch entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen, die auch in Zusammenarbeit mit uns durchgeführt werden, insbesondere auf handwerkliche Ausbildungsberufe hin orientiert werden.
Der Praktikumstag gibt Ihnen die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum einen potenziellen Lehrling zu beobachten. Im Laufe des Schuljahres ist ein Wechsel des Praktikanten ohne weiteres möglich, wenn er oder sie nicht Ihren Vorstellungen entsprechen sollte. Ansprechpartner für Sie ist die Ausbildungsberatung der Handwerkskammer Koblenz unter Telefon 0261/398-223."
